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Ist Intimrasur gefährlich?

Ist Intimrasur gefährlich?

Immer wieder werden wir gefragt, ob die Intimrasur gefährlich oder schädlich sein kann. Welche Risiken birgt die Intimrasur tatsächlich? Lässt sich die Antwort einfach pauschalisieren?

Unsere Erfahrungen, Untersuchungen und Zusammenarbeit mit Gynäkologen zeigen, dass zur kompetenten Beantwortung dieser Frage, eine tiefergehende und differenziertere Perspektive nötig ist. Denn das Problem liegt nicht in der Intimrasur als solches, sondern darin wie und mit welchen Produkten man sich im Intimbereich rasiert. Der Intimbereich gehört zu den sensibelsten Körperregionen des Menschen. Daher benötigt diese auch eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Eine Selbstverständlichkeit, dass nicht jedes Produkt für diese heikle Zone geeignet ist. Insbesondere wenn man scharfe Rasierklingen ansetzt, ist allergrösste Vorsicht geboten.

Welche Risiken gibt es bei der Intimrasur?

problemeSchnittverletzungen sind ein grosses Risiko bei der Intimrasur. Einerseits handelt es sich beim Intimbereich um eine eher umständliche und schwer erreichbare Körperstelle. Die Optik auf die zu rasierende Stelle ist eingeschränkt und die Haut verhält sich anders. Andererseits weist der Intimbereich die Besonderheit auf, dass die Haare nicht an jeder Stelle in dieselbe Richtung wachsen. All diese Faktoren machen die Intimrasur nicht gerade einfach. Umso mehr benötigt die Rasur dieser sensiblen Körperregion ganz besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt. 

„Auch wenn die Bikinizone eine relativ kleine Fläche aufweist, heisst das nicht, dass diese auch am schnellsten rasiert ist. Man sollte sich die notwendige Zeit nehmen, vorsichtig, sorgfältig und genau arbeiten, damit Verletzungen vermieden werden.“

Wie bei jeder Wunde, besteht die Gefahr, dass sich diese entzündet. Das ist aber keine Eigenheit der Intimrasur und spricht auch nicht gegen die Rasur im Intimbereich. Gemäss einer Erhebung des National Electronic Injury Surveillance System der USA zur Überwachung der Sicherheit von Konsumprodukten aus den Jahren 2002 bis 2010 (Glass A.S. et al., Urology 2012; 80:1187–91) gehen lediglich 3% aller urogenitalen Verletzungen auf das Konto der Intimrasur. Über einen Zusammenhang von Intimrasur und Infektionen der Genitalien sagt das jedoch nichts aus. Im Gegenteil, gemäss Dr. med. Bruno Jürg Studer, Facharzt FMH für Gynäkologie, Geburtshilfe und Brusterkrankungen in Zürich, hat es «aus medizinischer Sicht … durchaus Vorteile (1)» die Haare im Intimbereich zu rasieren. «Bereits vor zwanzig Jahren empfahl ich Frauen, die immer wieder von Juckreizen und Entzündungen geplagt waren, mal ihren Bart abzuschneiden – oder zumindest zu stutzen. (2)» so der Gynäkologe. Seit sich die Intimrasur derart verbreitet hat, «sehe ich viel weniger Infektionen im vaginalen Bereich. (3)» bestätigt der Facharzt. (Quelle (1), (2), (3): Interview von Nicole Gutschalk mit Dr. med. Bruno Jürg Studer im Magazin annabelle vom 12.02.2016 – Interview annabelle). 

Rötungen, eingewachsene Haare und Pickel nach der Intimrasur

eingew haareHautprobleme wie Rötungen, Ausschlag, eingewachsene Haare und Pickel können aber auch ohne Schnittverletzungen entstehen. Einerseits können kleinste Hautschüppchen wieder auf der Haut anwachsen. Dadurch wird das neue Haar daran gehindert durch die Haut auszutreten und es entsteht ein eingewachsenes Haar. Andererseits spielt der unter der Haut liegende Haarfollikel eine entscheidende Rolle. Er dient als schützende Hülle und gibt dem neuen Haar die Wuchsrichtung vor. Werden Haare ausgerissen statt geschnitten, führt dies immer zu Irritationen, Entzündungen und Verletzungen des Haarfollikels. Äusserlich sichtbar wird dies durch die entstehenden roten Pünktchen auf der Haut. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Viel problematischer ist, was sich unsichtbar unter der Haut abspielt. Dort entstehen kleinste Vernarbungen, der Haarfollikel kann sich krümmen oder schlimmsten Falls ganz verschliessen. Das nachwachsende Haar findet seinen Kanal nicht mehr und das neue Haar wächst unter der Haut nach. Der Körper reagiert darauf mit automatischen Abwehrmechanismen und die Haut betrachtet das neue Haar als Fremdkörper. Umgangssprachlich spricht man dann von eingewachsenen Haaren oder Rasurpickel, welche sich zu schmerzhaft entzündeten und eitrigen Furunkeln entwickeln können.

Bei der Intimrasur werden Haare, unter Beachtung gewisser Regeln, immer geschnitten. Lediglich zu lange Haare, unsorgfältiges und zu hektisches Rasieren, falsche Produkte oder stumpfe Klingen können dazu führen, dass Haare ausgerissen werden. Im Gegensatz zu Haarentfernungsmethoden, bei welchen Haare ausgerissen werden, hat hier die Intimrasur somit deutliche Vorteile. (siehe dazu auch den Artikel „Warum von Waxing im Intimbereich abgeraten wird und die Intimrasur empfohlen wird.“)

Ist die Intimrasur hygienischer als die Haare wachsen zu lassen?

rasurOb die Intimrasur aus hygienischer Sicht, definiert als «Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit» (Definition der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie), sinnvoll ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister in der Fachwelt. Teilweise wird argumentiert, dass Schamhaare eine Schutzfunktion übernehmen. Sie sollen Keime sowie Bakterien davon abhalten sich auszubreiten, da diese bei einem rasierten Intimbereich freie Bahn hätten. Hier wird ein Bild gezeichnet, wonach es logisch erscheint, dass es einfacher ist über ein freies Feld zu laufen, als durch einen dichten Wald. Andere vertreten genau die gegenteilige Meinung.  Die Schamhaare mit dem feuchtwarmen Klima seien ein idealer Nährboden für Keime und Bakterien und bieten beste Bedingungen für deren Ausbreitung. Hier wird das Bild anders rum gezeichnet, wonach der Wald mehr Feuchtigkeit und Wärme speichert als das freie Feld. Der Wald schützt so nicht VOR Keimen und Bakterien, sondern er schützt DIE Keime und Bakterien. Letztlich gibt es aus rein hygienischer Sicht keinen wissenschaftlichen Beleg, welcher für oder gegen die Entfernung der Haare im Intimbereich spricht.

Welchen Einfluss hat die Intimrasur auf den Körpergeruch?

Was man sicher weiss, ist, dass Schweiss- oder Körpergeruch nichts mit der Behaarung bzw. Enthaarung zu tun hat. Körpergerüche werden durch Hormone, Ernährung, Bewegung, Gefühlszustände wie Anspannung, Stress, Angst und Kleidung beeinflusst. «Entscheidend ist, sich regelmässig zu waschen (4)», empfiehlt Dr. Ernst Tabori, Facharzt für Hygiene vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Schweiss entsteht sowohl in behaarten als auch in rasierten Körperzonen genau gleich. Wenn man den Körper jedoch länger nicht wäscht und rasiert, beginnt dieser auch schneller zu riechen, weil «die Haare … wie ein Fächer (sind) und den Geruch besser (verbreiten) (5)», sagt der Facharzt. (Quelle (4), (5): Interview mit Dr. Ernst Tabori, Interview t-online , 29.04.2011)

Es gibt jedoch auch erwünschte Körpergerüche, welche als wichtige Signal- und Kommunikationsstoffe zwischen Individuen dienen. Pheromone zum Beispiel spielen eine wesentliche Rolle beim Sexualverhalten und bei körperlicher Anziehung. Werden bei der Haarentfernung unter der Haut liegende Haarfollikel durch Ausreissen der Haare beschädigt oder zerstört, werden Drüsen daran gehindert wichtige Botenstoffe wie Talg, Duftstosse und Pheromone freizusetzen. Im Vergleich zu Haarentfernungsmethoden wie Waxing oder Sugaring ist dieses Risiko bei der Rasur jedoch am kleinsten. Unter Verwendung der richtigen Produkte und mit der entsprechenden Sorgfalt werden die Haare beim Rasieren stets geschnitten und nicht ausgerissen. (siehe dazu auch den Artikel „Warum von Waxing im Intimbereich abgeraten wird und die Intimrasur empfohlen wird.“)

Probleme der Intimrasur in der Praxis

praxis2Tatsache ist, dass die Mehrheit der Personen, welche sich im Intimbereich rasieren, über Probleme, Irritationen, Rötungen, Ausschlag, Rasurbrand, Pickel und eingewachsene Haare beklagen. Das ist nicht nur optisch unschön, unangenehm und mühsam, sondern kann teilweise gesundheitlich bedenkliche Ausmasse annehmen. Gerade eingewachsene Haare, welche zu Pickeln führen, können sich zu schmerzhaften und problematischen Furunkeln und Abszessen entwickeln, welche mit starken Vereiterungen verbunden, nur noch operativ zu behandeln sind. Im schlimmsten Fall entstehen Genitalwarzen, Wundrosen oder Blutvergiftungen. Die Gründe dieser unangenehmen Nebenwirkungen sind vielfältig und sind nicht auf die Intimrasur als solches zurückzuführen. Vielmehr sind dafür eine unsachgemässe Handhabung, die Verwendung falscher Produkte und unüberlegtes Verhalten verantwortlich.

Doch all das muss nicht sein. Mit einem Bewusstsein, dass es sich beim Intimbereich um eine ganz spezielle und sensible Körperregion handelt, unter Beachtung gewisser Regeln und Vorgehensweisen und  mit den richtigen Produkten lassen sich all diese Irritationen, Probleme und ungesunde Nebenwirkungen vermeiden und man geht kein Risiko ein.

Wie können Rötungen, Pickel und eingewachsene Haare bei der Intimrasur verhindert werden?

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